Aktivpatenschaften: Welche Bedarfe werden gesehen und welche Wege werden bereits beschritten?

Nach den Thema Finanzierung und Qualität berichtet Randolf Gränzer über die Idee ehrenamtliche Aktivpaten über das Internet in Deutschland bekannter zu machen.
header_aktivpatenUnser 2002 gegründeter gemeinnütziger Förderverein Patenschaften-Aktiv e.V. in München hat das Ziel: die Idee der ehrenamtlichen Aktivpaten über das Internet in Deutschland bekannter und attraktiv zu machen und auf alle Anfragen schnell und informativ zu antworten. Wir haben im Netz eine zentrale Plattform www.aktivpaten.de mit einer auf Umkreissuche basierten Datenbank von ca. 1500 lokalen Vermittlungsbüros. In ca. 1650 lokalen Projekten bringen sie potentielle Aktivpaten und deren Schützlinge zusammen und begleiten sie während der gesamten Patenschaft. 
Wir haben festgestellt, dass die Aktivpatenschaften sich in vier Gruppen einteilen lassen. Sie entsprechen vier Entwicklungsphasen eines Kindes. 
  • Familienpaten helfen mit Rat und Tat  jungen Eltern mit Kleinkindern, die wenig Erfahrung mit Kinderbetreuung  und anderen praktischen Alltagsdingen haben. Davon profitieren die Kleinkinder mindestens so viel wie die Eltern. 
  • Kinderpaten kümmern sich in erster Linie um Kinder, die schon sprechen können. Durch den regelmäßigen Kontakt mit einer außenstehenden Person entdecken die Patenkinder die Welt und gewinnen mehr Selbstvertrauen. Zu den Kinderpaten gehört vor allem die hinlänglich bekannte Leih- oder Patenoma. Aber es gibt auch immer mehr jüngere Kinderpaten. 
  • Die dritte Gruppe sind die Lernpaten. Sie helfen einem Kind oder einen kleinen Gruppe von Kindern beim lesen Lernen (Lesepaten) und in anderen schulischen Dingen (Hausaufgabenhilfe, Vorbereitung zu Klassenarbeiten).  
  • Schließlich gibt es die Jobpaten. Es geht dabei in erster Linie um Hilfe für Jugendliche, die es schwer haben den Hauptschulabschluss zu schaffen und danach eine Ausbildungsstelle oder zumindest einen Job zu finden.  
Die potentiellen Aktivpaten finden in der Datenbank von www.aktivpaten.de die Kontaktdaten der nächstgelegenen Vermittlungen und deren Schwerpunkt auf einer der vier Kategorien. Sie können sich direkt und kostenlos mit den Vermittlungen in Verbindung setzen und ein persönliches Gespräch vereinbaren. Erstaunlicherweise ist die Zahl der ca. 1650 Projekte ziemlich gleichmäßig auf die oben genannten vier Kategorien verteilt. 
 
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hat Deutschland relativ viele lokale Vermittlungsbüros und -projekte. Es könnten mehr sein, wenn wir einen einheitlichen Sammelbegriff für alle Varianten von Aktivpaten hätten. Das Wort Mentoren ist unumstrittener Sammelbegriff in den USA und England. In Deutschland haben die lokalen Projekte meistens Namen, in denen das Wort „Paten“ vorkommt. Den Leitern der lokalen Projekte geht es darum im Titel ihres Projekts eine spezifische Ausrichtung anzudeuten die mehr oder weniger einer der oben erwähnten vier Kategorien entspricht. Nur in einem kleinen Teil der Projekte wird das Wort  ‚Mentoren‘  verwendet, und wenn dann eher als Sammelbegriff wie Aktivpaten und nicht als Hinweis auf eine bestimmte Kategorie von Paten. Die Frage stellt sich, ob es den Aufwand lohnen würde, diese Situation verbessern zu wollen und wenn ja, wie.
 
Andere Verbesserungen in Deutschland sind vielleicht leichter durchzuführen. In unserem Verein geht es wie gesagt nur darum, die Idee der Aktivpaten bekannter zu machen und dadurch ihre Zahl in Deutschland zu erhöhen. Wir bekommen schon eine entscheidende Hilfe von GOOGLE. Um unser Ziel  noch besser zu erreichen müssten wir mehr Kontakt mit professionellen Werbe- und Kommunikationsfachleuten haben und mit ihnen die Paten- und Mentoringidee bekannter machen. Z.B. mit einer bundesweiten Kampagne, die mit Plakataktionen, Videofilmen und anderen Aktionen auf die Bedeutung und Chancen der Patenkonzepte und -projekte hinweist. Das ist ein Feld das wir noch nicht betreten haben. 
 
Natürlich sollte auch die Qualität der Projekte und deren Akteure verbessert werden. Das geht in erster Linie über Kommunikation unter den Vermittlungen und um das Verhältnis zwischen Vermittlung und Aktivpaten. Für diese Wege halten wir uns weniger für zuständig.   
Autoreninformation:
Dr. Randolf Gränzer lebt in München und Paris. Er betreut die  Internetportale des Förderverein Patenschaften-Aktiv e.V.
Als Experte war er an verschiedenen europäischen Austauschprojekten zur Mentoring-Idee beteiligt.
Weitere Informationen auch bei www.erfahrung-ist-zukunft.de

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